Vom 12. bis zum 15. Juli führten ICB, VBG und SalZH gemeinsam eine Fortbildung mit David Smith vom Calvin College durch. David zeigte anhand verschiedener Beispiele auf, wie der Unterricht vom christlichen Glauben her geprägt werden kann. Unser Menschenbild hat einen direkten Einfluss auf die Methode, die wir wählen. Wer davon überzeugt ist, dass Menschen letztlich denkende Maschinen sind, wird anders unterrichten, als derjenige, der in seinen Schülerinnen und Schülern das Ebenbild Gottes sieht - geschaffen mit einem Geist, mit Emotionen, Verstand, Willen, der Fähigkeit verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen und einem Körper. Die Methode - David bevorzugt den Begriff Pädagogik - trägt also in sich eine Botschaft.
Warum lernen wir Fremdsprachen?
Die gängigen Antworten dazu könnten etwa so lauten: Damit ich reisen kann, eine Cola bestellen kann, einen guten Job bekomme und viel Geld verdiene. Aus christlicher Sicht sind diese Motive zumindest ergänzungsbedürftig. Man könnte zum Beispiel eine Fremdsprache lernen, um von einem anderen Volk etwas zu lernen. Man könnte damit seinen Respekt ausdrücken. Es wäre ja auch denkbar, dass man nicht nur als Tourist zu seinem eigenen Vergnügen in ein fremdes Land reist, sondern als Entwicklungshelfer, Missionar oder Pilger.
Christliches Lesen
Der Ausdruck an sich wirft schon Fragen auf: Was in aller Welt soll am Lesen christlich sein? David legte dar, was christliches Lesen ist. Es bedeutet einen Text mehrmals, langsam, offen moralischen Ansprüchen gegenüber, gemeinschaftlich, wohlwollend, lernwillig und veränderungsbereit zu lesen. Es steht eine Haltung des Geniessens, Suchens und der Wertschätzung dahinter. Sehr oft allerdings fördern wir in der Schule eine andere Art des Lesens. Es muss in kurzer Zeit möglichst viel Text überflogen werden. Die wichtigsten Informationen müssen erfasst werden und oft wird vorschnell ein oberflächliches Urteil gebildet. Die Haltung dahinter ist Konsum und Kontrolle.
David unterrichtete im Calvin College einen Kurs, in dem er eben die christliche Arte des Lesens förderte. Dabei liess er Texte mehrmals lesen und stellte Aufgaben, die nur dann gelöst werden konnten, wenn man den Text in der oben beschriebenen Art ergründet hatte. Eine Studentin erzählte dann von dem Einfluss, der dieser Kurs auf ihr Leben gehabt hatte. Sie merkte, dass sie die Leute ebenso oberflächlich gelesen hatte, wie die Texte. Durch den Kurs fand sie zu einer anderen Haltung und konnte den Leuten anders begegnen. Nicht der Inhalt der Texte hatte diese Veränderung bewirkt, sondern die Praxis des "christlichen Lesens".
Umsetzung
Angeregt machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer daran, diese Erkenntnisse in die

Unterrichtsplanung einfliessen zu lassen. Im Deutsch, Englisch, Französisch und dem Thema Sexualkunde entstanden neue Lektionen, Ideensammlungen und Konzepte. Dabei besuchte David als Coach die einzelnen Gruppen, hörte zu, stellte Fragen und gab gezielte Tipps. Die Präsentation der verschiedenen Produkte zeigte, dass die Inputs von David auf fruchtbaren Boden gefallen waren.
Man kann sicher sagen: Es war eine sehr wertvolle und inspirierende Zeit für die Teilnehmenden.